Wer in Triberg einen Parkplatz sucht, der wird bald feststellen, dass es dort in dem neuen Parkhaus nicht nur Frauenparkplätze, sondern auch 2 Männerparkplätze gibt. Der Bürgermeister Strobel hat damit zwei Parkplätze gekennzeichnet, die aufgrund von Fehlplanungen in dem Parkhaus längs der Fahrtrichtung hinter einer Säule liegen, sodass man dort nur rückwärts einparken kann. Dass er diese Parkplätze als Männerparkplätze kennzeichnet zeigt wohl, dass er das Konzept von Frauenparkplätzen nicht verstanden hat. Denn Frauenparkplätze  sind nunmal nicht extra breit oder einfacher zu benutzen, sie liegen nur direkt an Ein- und Ausgängen und in videoüberwachten Zonen der Parkhäuser um Gewaltverbrechen vorzubeugen und Frauen ein sichereres Gefühl zu geben.

Strobel selbst bezeichnet, dass ganze als Marketing-Idee – so ernst nimmt er also die Idee von Frauenparkplätzen.

Viele Bürgerinnen und Bürger finden die Idee einen guten Spaß, quasi im Sinne der Geschlechtergerechtigkeit. Da fragt man sich aber doch was es mit „Gerechtigkeit“ zu tun hat, wenn Frauenparkplätze in sichereren Gebieten von Parkhäusern sind – Männerparkplätze aber eingerichtet werden, an Stellen, die schlecht zu beparken sind. Sogar Strobel sagt aus, dass bei diesen Parkplätzen Männer zeigen können wie gut sie einparken können.

Mit Geschlechtergerechtigkeit hat dies reichlich wenig zu tun. Vielmehr bedient er damit Klischees und sein eigenes Ego. Denn Strobel ist wohl ein „Chauvi“, der sein eigenes Geschlecht für überlegen hält. Er sagt die Kennzeichnung mit dem Mars Symbol, welches für Männlichkeit steht, sei eine Sicherheitsmaßnahme. Er verdeutlicht damit also, dass er der Meinung ist, dass Frauen schlechter einparken und somit ein „Sicherheitsrisiko“ sind.

Hätte er die Parkplätze nicht auf Männer beschränkt, könnte sich jede_r Autofahrer_in selbst aussuchen, ob er oder sie diesen Parkplatz nutzen möchte. Es gibt mit Sicherheit auch Männer, genauso wie es Frauen gibt, die sich nicht zutrauen an einer solchen Stelle einzuparken. Den Frauen aber grundsätzlich zu verbieten hier zu parken zeugt von Chauvinismus und Selbstüberlegenheit.