Die Preise des öffentlichen Nahverkehrs in der Ortenau steigen immer weiter. Die TGO plant für den 1. August 2014 erneut Preiserhöhungen. Damit die Ortenau eine Region bleibt, die auch für junge Menschen ein geeigneter Lebensmittelpunkt ist, und man zu fairen Tarifen mit öffentlichen Verkehrsmitteln von einem Ort zum Anderen kommt, haben wir, die Grüne Jugend, gemeinsam mit dem Ring politischer Jugend Ortenau unsere Forderungen und Ziele in einem Offenen Brief zusammengefasst, den Ihr hier findet.

Sehr geehrte Damen und Herren,
sehr geehrte Entscheidungsträgerinnen und -träger,

In Anlehnung an die kommende Preiserhöhung im August wollen wir Ihnen als Jugendliche und junge Erwachsene der Region unsere Forderungen und Erwartungen an den öffentlichen Nahverkehr in der Region an die Hand geben.

Mobilität ist eines der zentralen Themen unserer Generation. Fahrzeuge bekommen immer modernere Antriebe und tragen somit einem steigenden Umweltbewusstsein Rechnung. Doch das alleine reicht nicht aus. Zu einer echten Wahlfreiheit gehört ein preiswerter, moderner und zukunftsfähiger öffentlicher Personennahverkehr. Gerade für den ländlichen Raum ist dies ein entscheidender Standortfaktor.

Der motorisierte Individualverkehr wird auch hier an seine Grenzen stoßen. Zum Einen können Straßen nicht beliebig erweitert werden, zum Anderen gibt es immer mehr Menschen, die sich ein eigenes Auto leisten können und wollen.

Wir brauchen besseren Nahverkehr, in der Stadt und auf dem Land!
Wir brauchen vernetzte, sich ergänzende Systeme auf Schiene, Straße und Radwegen.

Eine weitere Preiserhöhung senkt die Attraktivität des Nahverkehrs weiter, anstatt Menschen dazu zu motivieren. Damit einhergehend sinkt auch die Attraktivität der Ortenau als Lebensmittelpunkt. Noch immer gibt es kein sinnvolles Semesterticket für die Studierenden in Offenburg und Kehl, auf eine sinnvolle Bus- und Zuganbindung warten Bewohnerinnen und Bewohnern in den Tälern vergeblich.
Die TGO GmbH und der Ortenaukreis könnten Vorreiter für zukunftsfähigen Nahverkehr im ländlichen Raum sein.

Mobilität, als Grundvoraussetzung für Teilhabe und zur freien Wahl der Arbeitsstelle, darf nicht vom Geldbeutel abhängen. Langfristig setzen wir uns deshalb für einen fahrscheinlosen ÖPNV ein. Auch hier könnte die TGO Vorreiterin sein.

Stefan Preuss als TGO-Geschäftsführer wirbt für einen umweltschonenden und nachhaltigen ÖPNV.
Um dies umzusetzen und den ÖPNV fahrgastfreundlicher zu gestalten fordern wir attraktive und preiswerte, eng getaktete Zug- und Busverbindungen in der gesamten Ortenau einschließlich der ländlichen Regionen und den Tälern.

Kurz- und Mittelfristige Forderungen

  • höhere Taktung, auch in den Tälern
  • bessere Verzahnung von Bus und Bahn (Anschlüsse in die Täler)
  • Semsterticket für HochschülerInnen
  • BürgerInnenbeteiligung zur Zukunft des ÖPNV
  • Carsharing Angebote
  • Elektrotankstellen an Park and Ride Parkplätzen
  • Einführung eines Sozialtickets
  • Akzeptanz der Bahncard auch innerhalb der TGO
  • mehr Fahrradstellplätze an Bahnhöfen und in Fahrzeugen
  • gut verständliche Fahrpläne

Langfristige Forderungen

  • Barrierfreie Bahnhöfe und Fahrzeuge
  • Ausbau des Lärmschutz
  • Fahrradleihmöglichkeiten an allen Bahnhöfen
  • Ticketloser ÖPNV
  • Alternative Antriebskonzepte

Den Brief könnt Ihr hier und auf unserer Facebook Seite jederzeit nachlesen: zukunft-nahverkehr.eu