Wir fordern die Entkriminalisierung von Cannabis und zeigen Gründe auf warum eine Legalisierung nur Vorteile bietet.

Hanf ist eine Droge! Auf diese Aussage stoßen wir in unserer Gesellschaft, immer und immer wieder. Jedoch ist Hanf viel mehr als „nur“ eine Droge.

Hanf ist in erster Linie, eine der ältesten Nutzpflanzen der Welt. Die ersten Funde von Nutzhanf stammen aus den Jahren um 2800 v. Chr. In China wurden damals die Fasern der Pflanze, zur Herstellung von Seilen verwendet. Jedoch wird vermutet, dass die Menschen auch schon, 4000 v. Chr. von der Hanfplfanze profitierten.

Auch in Deutschland wurde/wird Hanf als Nutzpflanze angebaut. Hierbei können fast alle Teile genutzt und verarbeitet werden. Die Samen der Pflanze sind nahrhaft und können gegessen oder zu Hanföl verarbeitet werden. Die Fasern und Schäbe werden zur Herstellung von Seilen, Textilien, Dämmmatereal, Papier und noch vielen weiteren Produkten genutzt.

Wie rettet Hanf die Welt?

Einer der Interessantesten Fähigkeiten der Hanfpflanze ist: die CO2 Speicherung. Hanf speichert 1,8 Tonnen CO2 pro Tonne geerntetem Trockenmaterial. Im vergleich hierzu: Eine 100 Jahre alte Fichte, mit der Masse von 1,4 Tonnen, hat in ihrem Leben 2,4 Tonnen CO2 aufgenommen und 0,7 Tonnen gespeichert. Hanf ist eine einjährige Pflanze und somit jedes Jahr bepflanz- und erntbar, bei richtigem Anbau, kann auch zwei mal Jährlich geerntet und bepflanzt werden, somit kann die CO2 Speicherung verdoppelt werden! Das heißt: bei einem Weltweitem groß Anbau von Hanf, könnten die CO2/Kohlendioxid werte in der Atmosphäre gesengt werden.

Hanffasern, die Alternative zu Baumwolle?

Baumwolle ist eine sehr anfällige und wenig robuste Pflanze. Sie kann mit Trockenheit, schwankender Witterung und Schädlingen nicht gut umgehen. Deshalb braucht es einen Massenhaften Einsatz von Pestiziden um die Ernte erst möglich zu machen. Das schädigt die Böden, Gewässer und die Gesundheit der dort lebenden Menschen massiv. Hinzu kommt, dass es in den Anbauländern meist wenige oder gar keine Richtlinien zum Einsatz von Pestiziden gibt. Zudem können auch Rückstände in den Fasern verbleiben.

Hanf braucht das alles nicht. Die Pflanze ist von Natur aus robust. Sie ist so gut wie nicht anfällig für Schädlinge und Pestizide braucht sie nicht. Doch nicht nur der Pestizideinsatz stellt ein Umweltproblem dar.

Auch der enorme Wasserverbrauch macht Baumwolle sehr umweltschädlich. Pro Jahr werden 250 Kubikkilometer Wasser verbraucht, um Baumwolle anzubauen. Hanf ist da deutlich sparsamer. Um 1kg Baumwolle zu ernten, braucht es rund 11.000 Liter Wasser, während 1kg Hanf rund 2.500 Liter braucht. Dazu kommt das hierzu das Grundwasser im Prinzip ausreicht! Dies waren die groben daten für unseren Breitengrad. In Indien benötigt 1kg Baumwolle schon 23.000 Liter Wasser!

Und auch Flächenverbrauch ist Hanf sparsamer. Hanf ist ertragreicher als Baumwolle. Auf einem Hektar Feld können 1000-2000 Kilo Baumwolle angebaut werden. Bei Hanf sind es 1000-4000. Also in vielen Fällen das Doppelte. Da auch zusätzlich die Schäben so wie die Samen der Pflanze verwendet werden können, kann sogar noch mehr Landfläche eingespart werden.

Kann Hanf mit anderen Fasern mithalten?

Auf jeden Fall. In vielen Eigenschaften sind sie sogar besser.

Hanffasern können bis zu 80% Feuchtigkeit ihrer eigenen Masse aufnehmen. Außerdem trocknet der Stoff sehr schnell. Hanffasern funktionieren also genau gleich wie Funktionskleidung, nur auf eine ganz natürlich Art und Weise. Die Fasern können durch verschiedene maschinelle Verfahren so aufgearbeitet werden, dass sie am Ende so aussehen und sich so anfühlen wie Baumwollstoffe. Außerdem sind die Fasern stabiler, als die von Baumwolle. Die Sachen haben daher eine längere Lebensdauer. Kleidungsstücke aus Hanf müssen nicht so oft gewechselt und damit weniger gewaschen werden und durch ihre Langlebigkeit muss weniger Neue Kleidung gekauft werden.

Die Probleme

Es gibt kaum Maschinen, da mit der Erfindung neuer Verarbeitungsmaschinen auch die Prohibition kam. Es muss also eine Menge an Technologie aufgeholt werden, um Hanf mit den Anforderungen der Industrie des 21. Jahrhunderts verarbeiten zu können. Um feine Stoffe produzieren zu können müssen die Fasern sortiert und gekämmt werden und das mehrfach hintereinander. Das kostet Zeit und es sind viele Arbeitsschritte, die Geld kosten. Die Maschinen, die diese Arbeit heute schon leisten, sind noch nicht so angepasst, dass sie mit der Aufarbeitung der Baumwollmaschinen mithalten könnten.

Auch wenn Hanffasern eigentlich stabiler sind als die von Baumwolle ist das bei Textilien noch nicht immer so der Fall. Die Verarbeitung der Hanffasern hat den Schritt der industriellen Web- und Verarbeitungsmaschinen in der Industrialisierung nicht ganz mitgemacht und hat noch einiges an Nachholbedarf. Auch die Grenzen für den maximalen THC Gehalt spielen bei der Faserqualität eine Rolle.

Von der Ernte, über den Faseraufschluss bis hin zur Verarbeitung der Hanffasern fehlt noch viel Wissen, Maschinen und neue Technologie um Hanf einfach, effektiv und zu einem wettbewerbsfähigen Preis zu Kleidung und anderen Gütern verarbeiten zu können.

  • Quellen:
  • https://www.wald.de/wie-viel-kohlendioxid-co2-speichert-der-wald-bzw-ein-baum/
  • https://www.hanf-magazin.com/nutzhanf/die-wiederentdeckung-der-nutzpflanze-hanf/
  • https://hanfhaus.de/geschichte-i-2.html
  • https://www.oekolandbau.de/landwirtschaft/pflanze/spezieller-pflanzenbau/oelfruechte/oekologischer-hanfanbau/
  • Vortrag von Isabella Hoyer