Die Brisanz der aktuellen Debatte zur Planung eines Parkplatzes auf dem Gelände der Landesgartenschau ist noch immer nicht abgeklungen und hat auch uns, die GRÜNE JUGEND Lahr, dazu bewegt, an die Bürger und Fraktionen, die dieses Vorhaben unterstützen und vor allem an den Oberbürgermeister in aller Dringlichkeit zu appellieren.

Das Landesgartenschaugelände, insbesondere der Seepark, stellt seit der Eröffnung im Jahr 2018 ein beliebtes Naherholungsgebiet dar. Von Sportler*innen, Spaziergänger*innen und spielenden Kindern genutzt profitiert die Bevölkerung der Stadt vom ruhigen Parkgelände. Das soll auch so bleiben!

So ist die bereits vor Jahren getroffene Entscheidung, den Seepark als verkehrsfreie Zone zu unterhalten, wohl begründet. Sie stellt nach wie vor eine wichtige Grundlage für die Qualität des Naherholungsgebietes dar.

 Auch die mit dem Bau eines solchen Parkplatzes einhergehende Flächenversiegelung und Zerstörung von Grünflächen ist angesichts der aktuellen Klimakrise ein falscher und rückläufiger Schritt. 

Noch im Dezember letzten Jahres wurde die Ausrufung des Klimanotstandes in der Stadt mit der Begründung abgelehnt, keine Panik schüren zu wollen. Man wolle sich nichtsdestotrotz an die Vorgaben des Klimanotstandes halten, und so weit wie möglich nur noch auf Klimafreundlichkeit geprüfte Vorlagen beschließen. Man täte schon seit 30 Jahren sein Bestes, um das Klima zu retten, das müsse reichen. 

Ein weiterer Parkplatz auf einer Grünfläche ist offensichtlich keine Handlung, die trotz des einhergehenden Arguments der „Wirtschaftlichkeit“, den Ansprüchen unserer Bürger*innen zu Gute kommt!

Die derzeitige wirtschaftliche Lage, in der wir uns aufgrund der Corona-Krise befinden, lässt auch daran zweifeln, ob nun die richtige Zeit ist einen hohen Betrag nur für eine weitere trostlose, graue und sinnlose Fläche auszugeben.

Natürlich verstehen wir, dass Parkplätze für ein Restaurant notwendig sind. 

„Dennoch wird in der Diskussion oft vergessen, dass es nur wenige Meter vom geplanten Parkplatz entfernt schon eine ausreichende Parkmöglichkeit gibt. So ist meines Erachtens ein weiterer Parkplatz mehr als obsolet.“, so Michael Fabricius, Sprecher der Grünen Jugend Lahr.

„Außerdem würde man ohne die geplanten Parkplätze den Radverkehr unterstützen, da es bequemer und näher wäre, direkt vorm Haus zu parken – und zwar umweltfreundlich!“ ergänzt Rebecca Bohnert, Sprecherin der Grünen Jugend Lahr.

Die Natur aufgrund von unhaltbaren ökonomischen Forderungen leiden zu lassen und dadurch die Qualität des Seeparks zu mindern, ist somit ein weiterer Schritt in die falsche Richtung und steht in völligem Widerspruch zu dem, was eigentlich angesichts der Klimakrise notwendig wäre.

Die endgültige Entscheidung, ihre Versprechen einzuhalten und einen Blick über den Tellerrand hinauszuwerfen liegt jetzt beim Gemeinderat und bei Herrn Ibert. Wir hoffen, dass der Stolz dieser Entscheidungsträger nicht zu groß ist, um nun doch noch den richtigen Weg einzuschlagen, sich die Meinung vieler Bürger bewusst zu machen und danach zu handeln.